Saisonpause 1st Team
Berichte
06.03.2017, 20:03 Uhr
Generalprobe verpatzt – ART Giants verlieren gegen Pokalgegner WWU Baskets Münster

Wenn das alte Sprichwort "Generalprobe verpatzt, Premiere gelingt" stimmt, haben die ART Giants am Freitag, den 17. zum Halbfinale des WBV-Pokals nichts zu befürchten. Wenn allerdings die Partie am vergangenen Samstag in der Universitätssporthalle Münster Aussagekraft für das aktuelle Kräfteverhältnis der Pokalgegner haben sollte, muss das 1st Team eine ordentliche Schippe drauf legen. Obwohl im Hinspiel souverän geschlagen, stehen die Baskets nicht umsonst auf dem zweiten Platz der Tabelle. Man tat sich schwer mit dem Gegner, von der Souveränität der Spiele zum Beispiel gegen Hagen war nichts zu sehen und so mussten die Düsseldorfer eine 86:69 Niederlage einstecken. Auf der langen Heimreise wird es genug Zeit gegeben haben, das Spiel zu analysieren und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

 

Der Spielfilm:

Headcoach Jonas Jönke musste auf Arbnor Voca verzichten. Der 17jährige Nachwuchsspieler hatte sich gerade in der 1. Regionalliga akklimatisiert und machte mit guten Leistungen auf sich aufmerksam als ihn eine schwere Verletzung stoppte. Leider wird er erst nächste Saison wieder angreifen können. Ansonsten waren alle an Bord und so konnte Jönke wieder auf seine Starting Five mit Kehr, Zvinklys, Goolsby, Lewis und Kleiza zurückgreifen. Die 500 Fans in der gut gefüllten Halle sahen zu Anfang ein ausgeglichenes aber hektisches Spiel, das von Einzelleistungen lebte. Zweistellige Turnover-Zahlen auf beiden Seiten sprechen für sich, guten Würfen folgten Fehlpässe und vertändelte Bälle. Keins der Teams konnte sich einen entscheidenden Vorteil erarbeiten. Zwar konnte Lewis mit einer herausragenden Dreierquote glänzen (63,6 %) aber das sonst so beeindruckende Teamplay der Düsseldorf mochte nicht ins Rollen kommen. Kaum ein Ball landete bei Sebastian Kehr, der in den vergangenen Spielen stets ein Garant für Punkte war. Zvinklys hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt, viele seiner sonst so unwiderstehlichen Drives zum Korb endeten erfolglos. Und Kleiza wollte es allzuoft mit der Brechstange versuchen. So endete das erste Viertel mit 20:20 – gut nur, dass auch Münster nicht viel auf die Reihe bekam und man sich zur Halbzeit mit einem knappen 35:34 in die Katakomben zur Besprechung zurückzog.
Offensichtlich hatten die Baskets ihrem Coach Kappenstein aufmerksam zugehört. Besonders der Point Guard Anselm Hartmann nutzte die gut gestellten Blocks seiner Big Men ein ums andere mal um in Richtung Korb zu ziehen. Die Düsseldorfer Defense vermochte den Drive kaum zu stoppen, allerdings hatte Hartmann auch ein glückliches Händchen, denn selbst die unmöglichsten Lay-Ups fanden ihren Weg in die Reuse. Und sollte der Weg zum Ring einmal dicht gemacht werden, wartete an der Dreier-Linie der US-Amerikaner Martin um die rausgekickten Pässe Hartmanns zu verwerten (11 Assists!). Das 1st Team dagegen verlor immer mehr den Faden und verlegte sich vollends auf Einzelaktionen. Auch wenn Lewis nach wie vor Dreier einstreute und Kleiza hier und da Ballgewinne zu verbuchen hatte, kam der Rest des Teams überhaupt nicht mehr ins Spiel. So trennte man sich nach dem dritten Viertel mit einem aus Düsseldorfer Sicht ernüchternden 64:53. Daran sollte sich auch im letzten Viertel nicht viel ändern, auch wenn zwischenzeitlich der Vorsprung auf einstellige 9 Punkte schrumpfte, Endstand 86:69.

Fazit:
Natürlich kann man gegen Münster auswärts verlieren. Die randvolle Halle macht ordentlich Rabatz und die Baskets sind wahrlich keine Laufkundschaft. Allerdings muss sich das 1st Team fragen, ob man gegen einen guten Gegner ernsthaft im 1vs1-Shootout bestehen wollte, anstatt die Fähigkeiten aller Spieler zu dem beeindruckenden und geschmeidigen Rollout von gut durchdachten Plays zu bündeln, zu dem man fähig ist. Wenn der Pokal eigene Gesetze hat, sollte man die aufmerksam studieren. Schlagbar sind die WWU Baskets allemal.

Team:
Jeremy Lewis (27), Marko Lovric (3), Paulius Kleiza (13), Alex Goolsby (0), Anton Zraychenko (0), Milan Kolovrat (5), Dainius Zvinklys (10), Sebastian Kehr (8), Max Dohmen (3)