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12.02.2017, 17:38 Uhr
Hagen verhaspelt - ART Giants gewinnen mit 96:63 gegen SV Hagen-Haspe

 

Man sagt, angeschlagene Boxer sind gefährlich. Im Ring mag das zutreffen, am vergangenen Samstag beim Spiel des 1st Teams der ART Giants gegen stark den abstiegsgefährdeten SV Hagen-Haspe aber nicht: gegen eine gut eingestellte Düsseldorfer Mannschaft fügten die Haspener sich schnell in ihr Schicksal und ließen den Willen vermissen, sich mit einem Lucky Punch auswärts gegen den Abstieg zu stemmen.

Foto: Norbert Schulz

Zum Spiel:
Headcoach Jönke schickte seine bewährte Starting Five auf das Feld. Kehr und Zvinklys waren für die Arbeit gegen das Brett vorgesehen, Goolsby, Kleiza und Lewis sollten es von draußen richten. Die Hagener wiederum mussten auf ihren Neuzugang Rema Lacelles verzichten, der an einer Knöchelverletzung laboriert. Scheinbar nahm die Hiobsbotschaft schon vor dem Spiel die Zuversicht aus der Mannschaft, Zählbares aus Düsseldorf mitzunehmen. Der Topscorer Ligons traf erst knapp eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn ein und das Warm-up sah für die Tabellensituation ein bisschen lässig aus. Das 1st Team aber ließ keine Gnade walten und wollte von Anfang an keine Zweifel aufkommen lassen, wer im Home of the ART Giants das Sagen hat. Jönke hatte im Vorfeld als Marschroute schnelles Spiel ausgegeben, und das 1st Team setzte seine Anweisungen perfekt um. Schon nach acht Minuten erreichte die Führung der Düsseldorfer "Double Digits", zweistellige Höhen. Am Ende sollten es 39 Punkte sein, die durch Fastbreaks herausgespielt wurden. So endete das erste Viertel bereits mit einem komfortablen Vorsprung (24:10) und 10 Minuten war der Abstand schon auf 22 Punkte angewachsen (Halbzeit 50:28). Auch in der zweiten Halbzeit sollte sich das Bild nicht ändern: Hagen-Haspe scheiterte an der konzentrierten Defense des 1st Teams, mit einer Wurfquote von knapp über 40% ist nur in Ausnahmefällen etwas zu holen. Ganz anders die Düsseldorfer, die über das Spiel hinweg eine mehr als ordentliche Wurfquote von 57,6 % aufweisen können, was von den immer wieder gut herausgespielten Chancen zeugt. Aus einem guten Team ragte Center Sebastian "Beißer" Kehr heraus. Mit 24 Punkten erreichte der gebürtige Düsseldorfer "Career-High" und mit einer Wurfquote von 71,4 % stellte er seine Topform nun schon in Folge unter Beweis. Nur "Dan the Man" Dainius Zvinklys konnte mit ihm mithalten (ebenfalls 24 Punkte). Überhaupt das Zusammenspiel zwischen High and Low: Die Guards der ART Giants bedienten mustergültig die obere Etage unter dem Korb und sammelten Assists in Reihe ein – Jeremy Lewis konnte mit 10 Punkten und 10 Assists sein Double-Double feiern. Und wo war Hagen-Haspe? Erstaunlich, dass Topscorer Ligons nur knapp 20 Minuten spielen sollte, aber selbst in denen erreichte er schon seinen Durchschnitts-Score von 22 Punkten. Einzig der Haspener Nisiabandoki sorgte neben dem US-Amerikaner für ein wenig Gefahr. Nach dem 3. Viertel war der Drops gelutscht (75:47) und das Spiel plätscherte NBA-style mit einigen individuellen Highlights dem ungefährdeten Sieg der Düsseldorfer entgegen. Auf eventuell eintretende Schläfrigkeit angesichts der Überlegenheit des Düsseldorfer Spiels reagierte Coach Jönke und stellte zwischenzeitlich auf Ganzfeldpresse um. Am Ende fehlten vier Punkte zu der Hundertpunkte-Markte, trotzdem konnten sich das 1st Team zurecht von den knapp 300 Zuschauern feiern lassen. (Endstand 96:63)

Fazit:
Ein ungefährdetes Spiel eines Düsseldorfer Teams, das sich seiner Stärke sehr wohl bewusst ist, gegen einen Abstiegskandidaten, der es so schwer haben wird, sich aus dem Tabellenkeller zu befreien. Schön zu sehen, dass nicht etwa ein Dreierregen zum Sieg geführt hat – die ART Giants sind variabler geworden, können nun von außen und am Brett den Erfolg herbeiführen. Insgesamt erreichten gleich fünf Spieler zweistellige Punktzahlen. Schade, dass sich Marko Lovric verletzt hat, an dieser Stelle gute Besserung!

Team:
Jeremy Lewis (10), Marko Lovric (2), Paulius Kleiza (16), Alexander Goolsby (7), Milan Kolvrat (10), Dainius Zvinklys (24), Sebastian Kehr (24), Max Dohmen (3)