Saisonpause 1st Team
Berichte
05.02.2017, 22:10 Uhr
Von den Löwen im 3. Viertel zur Strecke gebracht – ART Giants verlieren gegen ProB-Absteiger Herten.

 

Dezember 2016 – Die Löwen haben einen klassischen Fehlstart in der 1. Regionalliga hingelegt. Statt Spiele um den direkten Wiederaufstieg droht sogar der Abstiegskampf. Vier Spieltage später ließ eine Serie die Liga aufhorchen: Vier Siege in Folge haben die Hertener hingelegt. Zudem verstärkte man sich zum Jahreswechsel am Brett mit dem US-Amerikaner Sherill. Headcoach Jönke hatte schon vor den wiedererstarkten Löwen und ihren Einzelkönnern gewarnt. Im Hinspiel wurden die Löwen noch mit 86 : 73 aus Düsseldorf nach Hause geschickt. Nach dem Heimsieg vergangenen Samstag rangieren die Hertener mit einem beruhigenden Polster von acht gewonnenen Spielen auf dem 11. Tabellenplatz.

Zum Spiel:
Headcoach Jönke vertraute dem bewährten Quartett Kleiza, Lewis, Zvinklys und Goolsby als Starter. Lediglich Kehr durfte nach einem Spiel Pause von der Bank aus wieder neu dazustoßen. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem sich zunächst keines der Teams in Offense oder Defense einen Vorteil erspielen konnte. Die Düsseldorfer brachten ihr Spiel nicht wirklich durch – vieles wirkte ein bisschen wie Stückwerk, die Plays liefen nicht so geschmiert wie noch gegen Hagen. Die Hertener Löwen fielen mit eher einfachem aber durchaus wirkungsvollem Basketball eins gegen eins auf, besonders der Neuzugang Sherill hielt sein Team mit sauberen Post-ups im Spiel. Spannend zwar – aber die Feinkostabteilung der Regionalliga sieht anders aus.
Bis zur Halbzeit ein ähnliches Bild. Zwar konnte sich Düsseldorf mit konzentriertem Spiel zwischenzeitlich auf sieben Punkte absetzen, und es sah danach aus, dass sich die Spielkultur des Teams durchsetzen würde. Doch eine Serie von Schiedsrichter-Entscheidungen zu Ungunsten der ART Giants brachte das 1st Team aus dem Konzept, sodass Herten wieder aufschließen konnte. So zog man sich in mit einem hauchdünnen Vorsprung von einem Punkt in die Katakomben der Rosa-Parks-Halle zurück. Die knapp 300 Zuschauer bereiteten sich auf ein jederzeit knappes Spiel mit Nägelkauen und Herzschlagfinale vor.

Doch es sollte anders kommen. Im dritten Viertel passierte das, was man in der NBA einen Blow-out nennt. Die Löwen konnten ein ums andere Mal ihre Würfe und Lay-ups im Netz unterbringen, selbst die unmöglichsten Dinger fielen rein. Düsseldorf dagegen verlor den Faden, die traumwandlerische Sicherheit des Gegners nagte am Selbstvertrauen. An dem Willen, den Run der Löwen zu stoppen, mangelte es nicht. Aber selbst gute Verteidigung schien nichts gegen das glückliche Händchen des Geners auszurichten, besonders der Kroate Franjo Bubalo schien den Pabst in der Tasche zu haben (27 Punkte). In der Offense ging das Teamplay, was das 1st Team so stark machen kann, verloren. Unglückliche Entscheidungen und zu viele Einzelleistungen schmälerten die Erfolgschancen der Aktionen – die Brechstange ist im Basketball kein gutes Werkzeug. Am Ende sollte Herten mit 34:13 Punkten allein im 3. Viertel den Sieg klargemacht haben (Spielstand vor der Crunchtime 68: 48). Eines muss man aber dem 1st Team hoch anrechnen: trotz eines Rückstands von über 20 Punkten gaben die ART Giants nicht auf, sondern versuchten, das Spiel against all odds zu drehen. Und man war nahe dran. Eine Minute vor Schluss war der Vorsprung der Löwen auf sechs Punkte geschrumpft, im Basketball keine unmögliche Aufgabe, aufzuholen. Düsseldorf zeigte Moral und eine gute kämpferische Leistung, die leider nicht belohnt wurde. Obwohl die Löwen stehend KO schienen, brachten sie ihre Freiwürfe unter und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Fazit:

Das 1st Team ist noch nicht in der Lage, mit Situationen umzugehen, wenn Halle, Schiedsrichter und der Korb gegen einen zu sein scheinen. Dann möchte der Eine oder Andere persönlich das Spiel herumreißen anstatt dem hervorragenden Teamplay der Mannschaft zu vertrauen. Bezeichnend, dass nur zwei Spieler zweistellige Punktezahlen aufweisen können (Kleiza/Zvinklys) und sich kein Spieler mit zweistelligen Rebounds eintragen konnte (Löwen dreimal). Die neu eingeführte Zonenverteidigung sah streckenweise sehr gut aus. In diesem Spiel hätte trotzdem hier und dort die Ansage "Du kommst hier nicht vorbei" mit "Und wenn Du vorbekommst, dann tut es richtig weh" gut getan. Chapeau aber für die kämpferische Leistung im 4. Viertel. Darauf und auf die sicherlich wieder zunehmende Qualität der Plays lässt sich aufbauen.


Team:
Jeremy Lewis (7), Alexander Goolsby (6), Anton Zraychenko (0), Dainius Zvinklys (17), Sebastian Kehr (8), Max Dohmen (3), Milan Kolovrat (2), Paulius Kleiza (21), Arbnor Voca (6), Marko Lovric (5)