Saisonpause 1st Team
Berichte
09.11.2015, 21:25 Uhr
JBBL: Giants überraschen viele - nur nicht sich selbst
Zwei Spiele, zwei Siege, so lautete die Bilanz der Phoenix Hagen Youngsters, dem Gegner des Giants Düsseldorf Junior Teams, vor dem vergangenen Spieltag. Während gleich zum Saisonauftakt die hochgehandelten Metropol Ruhr Baskets den Hagenern zum Opfer fielen (81-79), untermauerten die Schützlinge von Headcoach Matthias Grothe ihre Ambitionen gleich am zweiten Spieltag mit einem deutlichen 92-59 Erfolg über die Young Dragons aus Quakenbrück.
Den Titel als Favorit der Vorrunden-Gruppe Nordwest hatten sie nicht nur aufgrund des Erreichens des Top-Fours mit der Mannschaft im Vorjahr erhalten, sondern auch durch ihre bisherigen Leistungen unter Beweis gestellt. Auch die Landeshauptstädter hatten sich jedoch nach völlig verkorkstem Saisonstart eindrucksvoll zurückgemeldet und gingen mit entsprechendem Selbstbewusstsein in die Partie.

Auch wenn Headcoach Jonas Jönke und Assistent Chris Schwab sich der Mammutaufgabe bewusst waren, glaubten sie an die Qualität ihrer Mannschaft. "Hagen bringt eine unglaubliche Physis mit, das müssen wir kompensieren", mahnte Jönke noch vor dem Spiel. Doch die Giganten waren an diesem Sonntagnachmittag bereit. Schnell gingen sie mit 2-0 in Führung, bevor sie sich einem 0-10-Lauf entgegensahen und entsprechend früh deutlich in Rückstand gerieten.

Für die Anwesenden in der Halle schien die Partie schon früh den von vielen erwarteten Lauf zu nehmen, doch die Giganten antworteten, verkürzten schnell auf 6-10 und konnten bis zum Viertelende immerhin Anschluss halten (10-17). Angetrieben von einer aggressiven Verteidigung und guten Rotationen erstickten sie in den zweiten zehn Minuten jegliche Offensivbemühungen der Gäste im Keim. Da auch die Hagener jedoch robust und sicher verteidigten und die Düsseldorfer erneut von ungewohntem Wurfpech verfolgt waren, kämpfte sich das Giants Junior Team mühselig zurück in die Partie.

Nach 15 Minuten bedeutete dies einen Rückstand von vier Zählern (20-24), der bis zum Pausentee beim Stand von 25-26 fast egalisiert war. Umso beeindruckender ist dies angesichts der Tatsache, dass Aufbau Manuel Bojang, in der letzten Woche mit 29 Punkten noch Topscorer für seine Mannschaft, mit Foulproblemen zu kämpfen hatte und nur 5:34 Minuten auf dem Parkett stand. Auf der Guard-Position sprang dafür Julius Wesemann in die Bresche, der mit sieben Punkten bis dahin Topscorer für seine Farben war. Auch Talha Baltaci, der durch seine Penetration immer wieder Freiräume für die Mitspieler schaffte und diese mustergültig bediente (4 Assists) und Daniel Rothammel (6 Punkte) wussten zu gefallen.

Im dritten Viertel zeigte sich dann vor allem ein Duo gut aufgelegt: Lennard Schild und Lars Thiemann. Die beiden Uerdinger harmonierten im Pick-and-Roll, Schild als Vorbereiter (4 Assists in diesem Viertel), Thiemann als Abnehmer (6 Punkte). Da auf der Gegenseite jedoch vor allem Marko Hollersbacher nun immerhin besser ins Spiel fand und alleine in diesem Abschnitt neun Zähler markierte, gingen die Gäste zeitweise mit 12 Punkten in Führung (38-26). Erneut steckten die Giants nicht auf und reduzierten den Rückstand wieder auf ein mehr als erträgliches Maß, bevor es in den Schlussabschnitt ging (39-46).

Punkt für Punkt kämpften die Düsseldorfer sich zurück, lagen fünf Minuten vor Ende der Partie nur noch mit drei Zählern zurück (47-50) und hatten wenige Sekunden vor Ende der Partie beim Stand von 56-56 gar die Chance auf den Sieg. Beim geplanten Spielzug wurden die Laufwege jedoch nicht vollständig wie gewünscht eingehalten, Ballverlust Düsseldorf und plötzlich waren es die Hagener, die die Chance zum Sieg in letzter Sekunde hatten. Auch ihr letzter Versuch fand jedoch den Weg nicht ins Ziel, die Partie ging in die Verlängerung.

Dort schlugen die Feuervögel erneut zunächst zu, schlossen vor allem die Passwege der Giants, doch angeführt vom Quartett Thiemann, Wesemann, Schild und Baltaci, der in der Verlängerung einen immens wichtigen Dreier für die Giganten traf, den einzigen in der Partie, hielten sie sich erneut die Chance zum Sieg offen. Knapp 20 Sekunden vor Ende ergatterten sie sich nach einem Fehlwurf der Gäste den Rebound und ließen zunächst geduldig die Uhr herunterlaufen. Baltaci suchte das pick and roll mit Thiemann, die Verteidigung konzentrierte sich auf den Center der Giants, der bis dahin mit 16 Punkten Topscorer der Düsseldorfer war, Baltaci konnte attackieren, erneut mussten die Hagener rotiert und wie aus dem nichts bewegte sich Petros Apostolou in die Zone, erhielt von Baltaci den Pass und schloss mit Kontakt zum 63-61 ab.

4,5 Sekunden waren noch zu spielen, die Halle stand Kopf. Im darauf folgenden Angriff der Hagener musterten die Giants noch einmal alle Kräfte zusammen, zwangen die Gäste zum Ballverlust und entschieden die Partie für sich.

Die Coaches: "Beide Mannschaften haben sich hier viel abverlangt, doch wir wussten, dass wir die Qualität haben auch solche Spiele für uns zu entscheiden. Wir haben als Kollektiv sehr intensiv und diszipliniert verteidigt, nur so war es möglich die Partie offen zu halten und am Ende zu gewinnen. Beeindruckend war, dass wir in wichtigen Phasen einen kühlen Kopf behalten haben, das ist nicht selbstverständlich. Der Sieg bestätigt uns in unserer Arbeit, doch wir haben noch einen langen Weg und weitere schwere Spiele vor uns."